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Der untere Cilento und die Schluchten des Bussento und Bussentino (Rio Casaletto)

 

Erleben Sie eine beeindruckende und abwechslungsreiche Karstlandschaft im Süden Italiens, im Nationalpark des Cilento, die mit ihrem Wasserreichtum unerwartet viel Grün bietet. Geeignet für (fast) jede Form von Outdooraktivitäten. Das Bussentotal und vor allem das vom Wwf geschützte Gebiet der Bussentogrotte sowie die beeindruckende Schlucht des Rio Casaletto (auch Bussentino genannt), bieten Atem beraubende Einblicke in die Geomorphologie des Nationalparks Cilento.
Einladend auch die Städtchen (Borghi) mit ihren nahezu intakten mittelalterlichen Strukturen, die hoch über den Schluchten sitzen und die Besucher einladen, innezuhalten, durchzuatmen und zu genießen. Die Cilentani sind berühmt für ihre Gastfreundlichkeit und für ihre ursprüngliche und unverfälschte Küche. Fern vom Massentourismus der italienischen Badeorte, finden wir hier ein noch schlüssiges Preis-Leistungsverhältnis.

 

Morigerati, Sicilì und die Bussentoschlucht

Morigerati befindet sich auf 260 Metern Höhe über dem Meeresspiegel in einer Entfernung von etwa 12 km vom Tyrhennischen Meer im Hinterland des Golfs von Policastro. Der Hauptort Morigerati befindet sich auf einem Felsen, der über den Schluchten von Bussento und Bussentino herausragt. Der Bussento ist einer der interessantesten Flüsse Italiens. Er entspringt auf dem Cervati-Massiv und mündet bei Policastro ins tyrrhenische Meer. Trotz seiner Kürze (ca. 42 km), beeinflusst er die Landschaft des unteren Cilento maßgeblich. Im Laufe der Jahrtausende hat er eine tiefe Schlucht in den weichen Kalkstein des Cilento geschnitten. Nach etwa 30 km verschwindet er in einer Höhle bei Caselle in Pittari und fließt unterirdisch etwa 6 km lang durch den Monte San Michele um bei Morigerati in einer eindrucksvollen Grotte wieder hervorzusprudeln und sich weitere 2 km durch einen tiefen und schmalen Canyon zu winden, bis er sich mit dem Bussentino zu einem kräftigen Flüsschen vereint, das nun langsam zu Meer hinabfließt. Der World Wildlife Fund (WWF) hat in der Bussentoschlucht eine Oase zum Schutz der typischen Flora und Fauna eingerichtet, die zu den größten Italiens zählt. Hier finden wir die wichtigste Kolonie von Fischottern in ganz Italien, verschiedene Arten von Fledermäusen, die in dem Höhlensystem des Bussento leben, sowie zahlreiche Arten von Moosen, Flechten und Farnen, die in Europa ihresgleichen suchen. Außerhalb der kühlen Schlucht ist die Vegetation typisch mediterran: Macchienwälder mit Kaktusfeigen, Steineichen, Erdbeerbäumen, Brustbeeren, Mirto, Mastixsstrauch, Feigen, Maulbeeren, Pilzen, die zum Wandern oder einfach nur Herumstreunen einladen.

Neben der WWF-Oase bietet Morigerati ein ethnografisches Museum und einen Eindruck von einem in seiner mittelalterlichen Struktur nahezu erhaltenen Städtchens. Das Zentrum ist nur zu Fuß über Treppchen, Stiegen und Gänge zugänglich. Wege, Treppen, Häuser und vor allem die vielen, vielen Mäuerchen, sind alle aus dem heute noch zum Bau verwendeten Stein. In der Kirche des Heiligen Demetrius, in deren Sanktuarium eine Reliquie des Märtyrers aus Thessaloniki aufbewahrt wird, werden wir Zeuge der alten griechisch-orthodoxen Kultur, aus der Morigerati hervorging. Von Mönchen aus Byzanz, die vor dem Bildersturm auf der Flucht waren, wurde vermutlich um das Jahr 1000 n.Chr. die Niederlassung Morigerati gegründet. Die Gründungen durch orientalische Mönche sind typisch für den gesamten Unteren Cilento, die vielen griechischen Heiligen und auch viele Ortsnamen, zeugen davon. Die Kirche von Morigerati wurde erst im letzten Jahrhundert vollständig in die römisch-katholische Kirche integriert. Sehenswert ist auch der Palast der Barone De Stefano, der noch heute in der Hand der Familie (dem Zweig Florenzano) ist.

Die Nachkommen der ehemaligen Lehnsherrschaft haben im Palast ein Restaurant eingerichtet, in dem man typisch cilentanische Küche und einen phantastischen Blick über die Bussentoschlucht in einmaliger Atmosphäre genießen kann. Ein Bummel durch das Zentrum hilft anschließend beim Verdauen.Unterhalb von Morigerati zwischen auf den sanften Hügeln des unteren Bussento zwischen Feigenplantagen und Olivenhainen, liegt der Ortsteil Sicilì. Sicilì hat ein hübsches altes Zentrum, in dessen Mitte die Kirche mit dem Sanktuarium des Heiligen Blasius steht. Vor allem im Sommer ist die Piazza der ideale Ort um bei einen Glas Wein und einer Pizza das lebhafte Treiben der Sicilesi zu beobachten, die in die ganze Welt verstreut, sich im Sommer wieder in ihrer Heimat vereinen und hier ihrer Lebensfreude Ausdruck verleihen.