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Cilento und der Golf von Policastro
Der Cilentonationalpark, von der UNESCO als
Weltkulturerbe anerkannt, befindet sich im südlichen
Kampanien, ca. 200 km südlich von Neapel. Mit seinen
181.000 Hektar Schutzgebiet ist er einer der größten
Nationalparks im gesamten Mittelmeerraum.
Der
Cilento ist berühmt für seine unberührte Natur,
für seinen Reichtum an Wasser und seine abwechslungsreiche
Flora und Fauna. Landschaftlich handelt es sich dabei um eine
der schönsten und faszinierendsten Gegenden Italiens.
Das Herz des Nationalparks bildet das Cervati-Massiv, mit
seinen 1.900 Metern, eines der höchsten im lukanischen
Apeninn, eine karstige Berg- und Hügellandschaft zieht
sich vom Cervati bis hinunter an das tyrrhenische Meer. Die
cilentanische Küste und der Golf von Policastro beeindrucken
nicht nur durch eines der saubersten und klarsten Meere Europas
sondern auch durch eine abwechslungsreiche Küstenformation.
Steile Klippen und kleine Buchten und Grotten, die nur vom
Meer aus zugänglich sind, wechseln sich mit langen Sand-
oder Kiesstränden ab. Das bergige Hinterland ist geprägt
von Macchienwäldern, Sträuchern und dichten Laubwäldern
bis in große Höhen. Tiefe Täler und Canyons,
die die zahlreichen Flüsschen in die Landschaft gefräst
haben, bieten immer wieder überraschende Einblicke in
die Geomorphologie dieses faszinierenden Gebirges.
Der Cilento und vor allem die cilentanische Küste sind
immer wieder An- und Übergriffen verschiedener fremder
Völker ausgesetzt gewesen: früh siedelten bereits
die Griechen hier (Paestum, Velia - das antike Elea - und
Grumentum sind noch heute Zeugen der griechischen Antike),
die Römer haben sich später hier niedergelassen
und zahlreiche Ortschaften gegründet. Es folgten Sarazenen,
Normannen, Bourbonen ...
Eigentümlich für die Gegend sind die vielen Einsiedeleien,
Kirchengründungen und Klöster, griechisch-orthodoxen
Ursprungs, die auf die Anwesenheit von byzantinischen Mönchen,
die auf der Flucht vor dem Bildersturm, sich bis in das cilentanische
Hinterland zurückzogen. Viele Orts- und Heiligennamen
zeugen noch heute von diesem Phänomen. Der cilentanische
Dialekt, der mehr dem lukanischen als dem neapolitanischen
ähnelt, ist stark durchsetzt mit Lehnwörtern aus
den verschiedenen Sprachen der jeweiligen Eroberer (griechisch,
arabisch, französisch ...) und damit einer der linguistisch
interessantesten Dialekte der italienischen Halbinsel.
Die isolierte Position der Siedlungen, die sich zumeist einsam
auf einer Bergkuppe oder eng an einen Hang geschmiegt befinden,
hat zusätzlich dazu geführt, die sprachliche und
kulturelle Besonderheit der einzelnen Ortschaften zu erhalten.
Wir finden hier ein Italien, wie man es sich unverfälschter
und ursprünglicher nicht wünschen kann. Die natürliche
Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Cilentani sucht in
unserer hektischen Welt seinesgleichen. Eine überaus
gesunde und abwechslungsreiche Küche verwöhnt den
Gaumen durch die Ursprünglichkeit der einzelnen Zutaten.
An der Küste überwiegt eine fischreiche Kost, während
wir bereits wenige Kilometer von der Küste entfernt,
Spezialitäten auf Fleisch- und Gemüsebasis genießen
können. Typisch cilentanische Produkte sind die weißen
Feigen, Olivenöl extra vergine, Honig, Schafs- und Ziegenmilchprodukte,
Wein, Nüsse und Wildschwein sowie hausgemachte Nudeln.
Der Cilento hat, wie viele süditalienische Gegenden,
stark unter den Auswanderungwellen des letzten Jahrhunderts
gelitten. Viele der kleinen Ortschaften haben sich durch die
Abwanderung halbiert. Schulen wurden geschlossen, Betriebe
haben sich zurückgezogen, die Arbeitskräfte sind
nach Norditalien, Deutschland oder die Schweiz ausgewandert
und kehren nur in den Sommerferien in ihre Heimat zurück.
Manche Familien sind komplett nach Südamerika gegangen
und sehen ihre europäischen Verwandten nie oder nur ganz
selten wieder.
Die
Entdeckung des Tourismus als mögliche Einnahmequelle
ist im Cilento relativ neu. Noch finden wir hier nur wenige
touristische Infrastrukturen. In der Nebensaison sind fast
alle Hotels und andere Beherbergungsbetriebe geschlossen.
Der Cilento ist sozusagen touristisches Neuland und noch völlig
unverdorben vom Massentourismus mit seinen zerstörerischen
Nebenwirkungen.
Die Gründung des Nationalparks und auch die zunehmende
Sensibilisierung der Italiener in Sachen Umwelt- und Naturschutz
setzen wichtige neue Akzente in der Entwicklung eines nachhaltigen
Tourismus. Cives Mundi setzt in diesem Sinne ganz auf einen
bewussten und sanften Tourismus, bei dem der Besucher noch
ein gern gesehener Gast ist, der die Besonderheiten und Liebenswürdigkeiten
der Cilentani und des Cilento auch wirklich schätzen
lernen kann. Das Klima ist überraschend angenehm mit
warmen, aber nicht zu heißen Sommern im grünen
Bergland und sehr milden Wintern. Nicht selten kann man im
November noch spätsommerliche 22 bis 23 Grad genießen.
Der Cilento lädt ein zu jeglicher Art von Outdooraktivitäten:
Wandern, Bergwandern, Bergsteigen, Flusswandern, Canooing,
Tauchen, Paragliding und Radfahren (für Trainierte).

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